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Inhaber Lars und Partnerin

Mitteldeutsche Zeitung Aschersleben:
Astroklause in Aschersleben: Vom Café Kosmos zum Traditionsgeschäft
Von Elisabeth Krafft 28.04.2016

Aschersleben

Wenn es nach Karin Rother ginge, würde sie niemals in Rente gehen. Schließlich würde das bedeuten, dass sie nicht mehr in der Astroklause arbeiten könnte. Vor einem knappen Vierteljahrhundert übernahm sie das Lokal im Kosmonautenviertel, da war Rother gerade einmal 28 Jahre alt.
Traditionsgeschäft

Heute zählt die Gaststätte zu den Traditionsgeschäften in Aschersleben. Ist Restaurant, Veranstaltungsort und Stammkneipe in einem. Und untrennbar mit Karin Rother verbunden, die für die meisten Ascherslebener fest zum Inventar gehört. Kennengelernt hat die 53-Jährige das Lokal aber schon lange, bevor sie dessen Inhaberin wurde. Mit 14 Jahren, um genau zu sein. Zu jener Zeit feierte sie ihre Jugendweihe im „Café Kosmos“, wie die Astroklause damals noch hieß. Natürlich konnte sie da noch nicht wissen, dass die Gaststätte einmal ihr gehören würde.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Nach Ende ihrer Schulzeit ließ sich die Ascherslebenerin zur Kellnerin ausbilden, arbeitete später selbst als Ausbilderin für Gastronomen für die Handelsorganisation. Als das staatliche Einzelhandelsunternehmen nach der Wende 1991 verkauft wurde, machte Rother aus der Not eine Tugend und übernahm das „Café Kosmos“, das ihr bereits so vertraut war. „Es hatte mir ja schon immer gefallen. Nur wollte man es mir zuerst nicht überlassen, weil ich allein war“, sagt die 53-Jährige. Gemeinsam mit einer befreundeten Köchin, die sie aus ihrer Zeit als Ausbilderin kannte, konnte sie die Eigentümer des Cafés 1990 schließlich von sich überzeugen. Ein Jahr später benannte sie das Lokal um und erweiterte das Speisenangebot. Bis dahin war das „Kosmos“ eher eine Kneipe, Kunden konnten lediglich Bockwurst und leichte Gerichte bestellen, sagt Rother.

Restaurant und Veranstaltungsort

Nach und nach etablierte sie die Astroklause als Veranstaltungsort – zum Feiern von Taufen, Konfirmationen oder Geburtstagen. Durch den benachbarten Friedhof finden bis heute regelmäßig auch Trauerfeiern statt. „Bei uns wird das Leben gefeiert und manchmal eben auch der Tod betrauert“, sagt die Ascherslebenerin.

Das Lokal ist jedoch nicht nur als Restaurant und Veranstaltungsort bekannt, sondern auch für sein Catering, das sich zum zweiten Standbein Rothers und ihres Teams entwickelt hat. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren hat die Nachfrage stark zugenommen, wie die 53-Jährige sagt. Zu den regelmäßigen Auftraggebern gehören unter anderem der Ascherslebener Ratskeller und die Weiße Villa, aber auch Kunden im Umland – wie Schierstedt. „Die Nachfrage ist da groß, wo Gaststätten fehlen“, sagt Rother.

Ausbildungsort für Kellner und Köche

In den vergangenen 25 Jahren wurden in der Astroklause zudem 18 Lehrlinge ausgebildet. Die Kellner und Köche kamen nach Abschluss ihrer Lehre zum größten Teil in namhaften Häusern unter, arbeiten mittlerweile in Österreich und Warnemünde – ein Auszubildender wurde sogar Schiffskoch, wie Rother stolz erzählt.

Am 9. Juni feiert das Team um Rother in diesem Jahr nun das 25-jährige Bestehen der Astroklause. Für ihre treuen Stammkunden will es an diesem Nachmittag ein Kaffeetrinken organisieren. (mz)